Das Strohballen-Paar

Toller ländlicher Brauch, das Brautpaar aus Strohballen

Staffelstein, 17.09.2017

Immer mal wieder sieht man sie, überlebensgroße Brautpaare aus Strohballen, liebevoll dekoriert und echt imposant. So auch diese Wochenende bei Bad Staffelstein in Oberfranken. Wir gratulieren Sarah und Dani.

Wir fragten uns aber auch, wer macht das eigentlich, das Brautpaar selbst ?

Wo kommt der Brauch her ? Ist das typisch fränkisch ? Wie wird das denn gemacht ?

Unsere Recherchen haben ergeben, dass das kein typisch regionaler Brauch ist sondern eher in vielen deutschen ländlichen Gegenden vorkommt. So richtig alt kann er auch noch nicht sein, da die ersten Maschinen zur Produktion von Rundballen erst 1972 auf den Markt kamen. Davor füllte man Stroh in alte Kleidungsstücke um Strohfiguren zu bauen. Diese wurden mit Holz und Draht stabilisiert um stabil zu sein. Die Figuren machen meist Freunde, Verwandte oder Bekannte, das Brautpaar wird damit überrascht und freut sich. Das Strohballen-Brautpaar wird schon im Vorfeld der Hochzeit aufgestellt.

Für eine Brautpaar aus Strohballen braucht Ihr:

3 Rundballen, zwei Große und einen kleinen (manche nehmen auch drei unterschiedlich große) sowie etwas loses Stroh für kleinere Elemente wie Arme oder Hut, Folie zum Einwickeln in schwarz und weiß, Pappe für die Augen und den Mund, Farbe zum Anmalen der Pappelemente, dicken Draht und etwas weißen Stoff für den Brautschleier, alte Tischdecken reichen hier völlig. Zuletzt braucht ihr Eisen- und Holzstangen zum Stabilisieren und am besten einen Trecker. Als Werkzeug braucht Ihr einen größeren Hammer und einen Seitenschneider, also einen Zange für den Draht.

Zuerst werden zwei Strohballen mit einem Trecker aus einem ebenen Untergrund übereinander gestapelt und mit zwei Eisenstangen gesichert, die man durch die Strohballen in die Erde rammt. Zwei Paletten zum Unterstellen wirken hier Wunder, die Eisenstangen durch die Palettenschlitze gesteckt. Dann kommt der kleine Rundballen für den Kopf, der aber mit der runden Seite auf die anderen beiden gelegt wird. Diesen sichert man auch mit einer Eisenstange oder dickeren Holzlatten, die man in die unteren zwei Strohballen steckt. Jetzt werden die Rundballen mit der passenden Folie umwickelt, normalerweise schwarz für den Bräutigam und weiß für die Braut. Arme, Zylinder und sonstige Elemente: Um Holzlatte loses Stroh wickeln, dann folieren, ausreichend freilassen, um die Holzlatte in den Ballen zu stecken. Jetzt Augen und Mund aus Pappe ausschneiden und bemalen, dann mit Draht feststecken. Bei der Braut noch mit den weißen Tischdecken oder ähnlichem Stoff das Brautkleid und den Schleier formen und feststecken, fertig ist man. Natürlich sind der Fantasie keinen Grenzen gesteckt und man kann noch viel mehr hinzufügen.

Nicht vergessen: Irgendwo sollte der Name des Brautpaares und ein Glückwunsch auftauchen, das will ja schließlich jeder wissen.   

Text/Bild: VG

Autor: Volker Gutgesell

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